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In diesem wunderschönen Gebiet leben ca. 17000 Menschen. Die Bezeichnung Vierlande wird seit dem Jahre 1556 für das Gebiet der vier Kirchenspiele verwendet. Die Zeittafel zur Geschichte der Vierlande nennt Ereignisse, die ca. 858 Jahre zurückliegen. Das Gebiet der Vierlande umfassen ein Fläche von 77 km² und beinhalten die Gemeinden Altengamme, Curslack, Kirchwerder. Die Eindeichung der einst sumpfigen Elbniederung und damit auch ihre Urbarmachung erfolgte seit dem 12. Jahrhundert. Die Bewohner waren freie Bauern. Zunächst unterstand das Gebiet den Herzögen von Sachsen-Lauenburg mit Heinrich dem Löwen als Stammvater.

Im Jahre 1420 eroberten die Städte Hamburg und Lübeck gemeinschaftlich die Stadt Bergedorf mit den Vierlanden. Bis 1868 blieb das Gebiet im Besitz der beiden Städte. Seither ist Hamburg alleiniger Eigentümer. Dieser politische Sonderstatus führte dazu, dass sich in den Vierlanden eine eigene Kultur ausgeprägt hat. Zunächst wurde in den Vierlanden hauptsächlich Getreide und auch Braugerste und Hopfen für die Hamburger Brauereien angebaut. Seit dem 18. Jahrhundert wurde der Blumen-, Obst- und Gemüsebau intensiviert und die Produkte auf dem Hamburger Markt verkauft. Einst exotische Waren wie Pfirsiche, Aprikosen, Erdbeeren verhalfen den Vierländern zu entsprechender Aufmerksamkeit. Passend zu diesen Feldfrüchten trugen sie ihre aufwendige Tracht, die noch heute weithin bekannt ist und zu den bedeutendsten deutschen Volkstrachten gehört. Diese ausgefallene, farbenfrohe Tracht war in Hamburg Markenzeichen für gute Qualität. Sie entstand um 1750 und wurde auf dem Markt bis ins 20. Jahrhundert hinein getragen. Heute halten zwei Trachtengruppen die Tracht als Kulturgut in Ehre.

Ein weiteres Kulturgut aus den Vierlanden sind die Intarsien. Im 16. Jahrhundert wurde diese Kunst von wandernden Handwerkern aus Italien eingeführt. In den Vierlanden hat sich diese Kunst besonders entwickelt. Typische Formen und Motive finden sich in vielen Haushalten bzw. auf Möbelstücken wie Stühlen, Truhen, Schränken usw. Die Gestühle in den Vierländer Kirchen sind ebenfalls mit Intarsien geschmückt. Zur Blütezeit der Intarsienkunst in den Vierlanden im 18. und 19. Jahrhundert gab es zeitweilig 25 Werkstätten, die sich auf das Handwerk verstanden. Heute gibt es noch zwei hauptberufliche Intarsientischler in den Vierlanden, die die überlieferten Motive beibehielten.

Die Hufnerhäuser und Katen repräsentieren ebenfalls die Schönheit der Vierlanden. Die Hufnerhäuser sind niederdeutsche Fachhallenhäuser bei denen Wohn- und Wirtschaftsteil unter einem Dach sind. Es handelt sich um reetgedeckte Fachwerkhäuser, oft mit Balkenverzierungen, Ziegelmustern und Kratzputzfeldern. In den Verzierungen standen die Katen den Hufnerhäusern kaum nach. Zahlreiche historische Hufnerhäuser und Katen sind heute noch erhalten und säumen die Deiche. Das Alter geht teilweise bis in das 16. Jahrhundert zurück. Mit dem Freilichtmuseum Rieckhaus in Curslack ist ein Hufnerhaus mit Zubehör als Außenstelle des Altonaer Museums zu besichtigen.

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